StartseiteIsabelle FritzscheÜberzeugungen

Von meiner Grundausbildung her prägt mich die Gestalttherapie mit Ihrem humanistischen Menschenbild. „Störungen“ werden dort als kreative Lösungsansätze gewertet.

Teilweise, jedoch nicht immer funktional, werden sie im Hier und Jetzt überprüft. Dabei spielen der Hintergrund der Werte, des Umfeldes und der Ressourcen ebenso eine Rolle, wie der Vordergrund der Ziele und Themen um die es dabei geht.
Der Mensch wird in seiner Ganzheit betrachtet und in seinen individuellen Möglichkeiten und Ressourcen, bestärkt. Die Lösung ist bedeutsamer als die Biographie mit den möglichen Begründungen.

Dennoch ist die menschliche Begegnung auch in meiner Arbeit das tragende Element. In vielen Studien wird belegt, dass die Beziehung einen Großteil des Therapieerfolges erklärt. Kürzlich habe ich eine Beschreibung dieser Begegnung gelesen, die aus meiner Sicht, besser als alles was ich bisher zur „therapeutischen Haltung“ gelesen habe, erfahren lässt, worum es dabei geht.
Mit der freundlichen Genehmigung von Ulrich Schaffer zitiere ich hier einige mir wichtige Passagen aus „Die Landschaft der Seele von Vera F.“, die ich seinem Buch „Einsam, nachts“, erschienen im Kreuz Verlag 1994, entnehmen darf.
Zum Verständnis:
Die Geschichte wird beschrieben aus der Sicht eines Psychotherapeuten, der eine Klientin begleitet.

…….. Wichtig waren für mich die immer neuen Manifestationen dieser Seele: immer wieder erschrak ich über ihre Komplexität und begriff nach und nach, dass die gesamte äußere Welt dieses Menschen ja auch innerlich noch einmal vorkam, und zwar in einer tausendfachen Überlagerung. Wenn wir durch diese Landschaft gehen, sehen wir diese Landschaft zwar durch unsere Augen, aber immer doch nur diese Landschaft. Sie mag uns an etwas erinnern, und dann mögen wir vor unseren geistigen Augen diese anderen Dinge, seien es Landschaften, Objekte oder Menschen auch wahrnehmen. In dem Moment aber tritt dann die äußere Landschaft zurück. Wir sehen und erkennen entweder das eine oder das andere. Aber in der Psyche existieren diese Wirklichkeiten alle gleichzeitig und sind gleichzeitig sichtbar und zugänglich. Das innere Auge sieht und behält mehr als das äußere Auge.

…..Die Welt, die mir dort begegnete, ist größer als alles worauf mich die Psychotherapie vorbereitet hat. Jetzt, rückblickend, kommt es mir manchmal wie ein Verrat vor, davon zu reden, dass Menschen therapierbar oder gar nicht therapierbar seien. Mir scheint es so unpassend wie der Vergleich, den ich in meiner Ausbildung einige Male gehört habe: Der seelisch kranke Mensch ist wie eine Uhr, die nicht mehr richtig geht und repariert werden muss, damit sie wieder richtig geht. Das empfinde ich jetzt als Verachtung und Verhöhnung des Menschen.

…..Ich habe die Heiligkeit ihrer Person wahrgenommen und werde diese mit meinem ganzen Einsatz wahren, auch vor mir selbst und meinen psychologischen Kenntnissen. Ich weiß, dass wir zwei getrennte Menschen sind, die sich in der Tiefe begegnet sind, die aber ihr Leben in der Getrenntheit leben müssen und es auch tun…..Ich weiß darum, wie zerstörerisch es sein kann, wenn eine gewisse Grenze überschritten wird….Dennoch glaube ich, dass es Therapeuten gibt, die wegen der Entgleisungen in diesem Bereich so viel Angst vor einem Fehler in dieser Richtung haben, dass sie sich sehr weit zurücknehmen und Gefahr laufen, in die andere Richtung falsch handeln. Sie setzen ihre Begabung, die in der einfachen menschlichen Wärme liegen mag, nicht ein……

"Ich habe schon lange nicht mehr mit meiner Seele geatmet. Und wenn die Seele nicht atmen kann, dann stirbt der ganze Mensch. Der Körper ist dann nicht mehr als ein Gefängnis für die Seele. Und eingesperrt richtet sich die Seele an den Geist. Aber der Geist oder die Geistin in mir ist hilflos und kann dann nur in eine andere Welt fliehen. Dann ist die Seele ganz allein und wird stumm. Dabei ist ihre Stummheit ein großer Schrei, aber niemand versteht ihn. Wenn diese Seele dann nicht Freiheit und Weite findet, verkümmert sie und nichts, gar nichts mehr holt sie aus dieser Verkümmerung zurück.

…..aus dem Dunklen der Seele

Mit ihren endlosen Wendungen,

mit dem Geheimnis ihres eigenen Wissens,

strömt Licht in die dunkle Welt,

die sich hell wähnt."




Einen weiteren wesentlichen Einfluss erfuhr meine Arbeit durch meine Ausbildung in systemischer Organisationsberatung. Hier steht weniger das Individuum im Fokus, denn die Wechselwirkungen und Muster zwischen den handelnden Personen. Entsprechend dieser Betrachtensweise prägen die Analyse dieser Muster und Interventionen an den Mustern (und nicht den Menschen) die resultierende Arbeit.

Schon immer hat mich interessiert, wie es uns Menschen gelingen kann ein erfolgreiches und zufriedenes Leben zu leben. Wieso schaffen es die einen dort, wo die anderen scheitern? Was macht den Unterschied? Wie kann man seine Potenziale erkennen und die Barrieren wegräumen, um sie voll zu nutzen?

Auf diesem Weg habe auch ich persönlich viele Veränderungen in meinem Leben durchlaufen. War erfolgreich, bin gestrauchelt auch gescheitert. Weitergeführt hat mich immer meine Überzeugung, dass das Leben zum Lernen da ist, dass alles, was ich er-Lebe eine Möglichkeit des persönlichen und/oder beruflichen Wachstums ist. Weitergeholfen haben mir die Menschen meines nahen Umfeldes und viele qualifizierte Fortbildungen und Wissen, das ich mir aneignete.

Ich wünsche mir, dass Sie Ihre Wachstumschance erkennen und ergreifen!

Schön, wenn ich Sie dabei begleiten darf.





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